Kopfläuse erkennen

Sie haben den Verdacht, dass bei Ihnen oder Ihrem Kind ein Befall mit Kopfläusen vorliegt? Dieser Artikel beschreibt 4 Gründe die dafür sprechen, dass Sie so schnell wie möglich den Kopf auf einen Befall mit Läusen untersuchen sollten. Die Untersuchung kann durch visuelle Inspektion und feuchtes Auskämmen erfolgen. Beide Methoden werden beschrieben und die Zuverlässigkeit dargestellt. Lesen Sie außerdem, wie Sie die Entwicklungsstadien erwachsenen Kopflaus, Larve / Nymphe, Ei mit Ebryo und leere Eihülle / Nisse erkennen und unterscheiden und was sie weiter tun müssen, wenn Sie Kopflausbefall diagnostiziert haben.

Kopfläuse erkennen ist nicht einfach

Wie ich in meinem Artikel über die Ansteckung mit Läusen beschrieben habe, kann man sich ziemlich schnell mit Kopfläusen infizieren. Einen Befall mit Kopfläusen zu erkennen ist jedoch nicht ganz so einfach. Läuse sind sehr klein, ausgewachsen beträgt ihre Größe nur ca. 3 mm. Junge Kopfläuse sind fast durchsichtig. Zudem sind Läuse häufig farblich der Haarfarbe ihres Wirtes angepasst.

Wenn ich früher an Kopflausbefall gedacht habe, hatte ich die Vorstellung von unzähligen krabbelnden Plagegeistern, ähnlich wie in einem Ameisenhaufen. Ich habe mich eines besseren belehren lassen müssen. Bei 80 % der Patienten in Europe werden weniger als 10 Läuse auf dem Kopf entdeckt. Genau aus diesem Grund ist eine sehr gründliche Untersuchung so wichtig.

Wann sollte auf Kopfläuse untersucht werden?

Die Köpfe aller Familienmitglieder sollten untersucht werden,

  • wenn die Kopfhaut stark juckt oder das Kind sich häufig kratzt. Das Jucken ist eine Immunreatkion des Körpers auf den Speichel der Laus. Dieser gelangt bei einem Biss mit in die Haut. Diese Immunraktion tritt aber nicht schon beim ersten Läusebiss auf. Mitunter können mehrere Wochen vergehen, ehe das erste Jucken oder Kratzen eintritt.
  • wenn Kratzspuren oder Rötungen an den Schläfen, hinter den Ohren oder im Nacken festgestellt werden.
  • wenn im Umfeld (Schule, Kindergarten, Freundeskreis) Kopflausbefall bekannt wird.
  • wenn lebende Läuse oder Läuseeier bzw. Nissen entdeckt werden.

Wie kann man Kopfläuse erkennen?

Auf dem Kopf eines Befallenen kann man 4 Entwicklungsstadien von Läusen entdecken.

  1. Erwachsene Läuse
  2. Larven / Nymphen der Kopflaus
  3. bräunlich-gräuliche Eier der Kopflaus
  4. weißliche leere Eihüllen (=Nissen)

Erwachsene Läuse

Erwachsene Läuse haben sechs Beine und sind höchstens 3 mm groß. Die erwachsene Kopflaus ist mit bloßem Auge gut zu erkennen. Sie lebt bis zu vier Wochen. In dieser Zeit produziert das Weibchen etwa 100 Eier.

Erwachsene Kopfläuse können im Haar schnell krabbeln (bis zur 30 cm pro Minute). Auf glatten Oberflächen sind sie weniger beweglich.

Larven der Kopflaus

Die Larven (Nymphen) der Kopflaus, also junge Läuse sind kleiner als die adulten Läuse und fast durchsichtig und deshalb ohne Vergrößerungsglas fast nicht zu erkennen. Die Larven wandern nach dem Schlüpfen direkt Richtung Kopfhaut und bleiben dort. Sie verlassen den Kopf des Wirtes noch nicht. Deshalb geht von ihnen keine Ansteckungsgefahr aus.

bräunlich-gräuliche Eier der Kopflaus

Eine weibliche Laus legt in ihrem Leben bis zu 100 Eier. Die Eier werden immer in spitzem Winkel in Kopfhautnähe an ein Haar geklebt und haben alle dieselbe ovale Form. Der „Kleber “ härtet zu einer zementartigen, wasserunlöslichen Substanz aus. Deshalb lassen sich die Eier der Kopflaus nur sehr schwer vom Haar entfernen.

Die Laus wählt zur Eiablage gerne Bereiche, in denen die Haare besonders dicht aneinander stehen. Deshalb beschränkt sich der Ort, an dem Läuseeier gefunden werden auf 5 Bereiche am Kopf:

  • Haare an den Schläfen
  • Haare hinter den Ohren
  • Haare im Nacken
Wichtig: Abstand der Eier zur Haarwurzel

Die Laus klebt die Eier ca. ein bis zwei Millimeter von der Haarwurzel entfernt an ein Haar. Dort, in der Nähe der Kopfhaut ist es kuschelig warm und feucht, also optimal für die Entwicklung des Eis.

Die Haare eines Menschen wachsen etwa ein Zentimeter pro Monat und Läuse schlüpfen innerhalb von acht Tagen. Wenn also ein Ei entdeckt wird, das mehr als 1 cm von der Kopfhaut entfernt an einem Haar klebt, ist das Ei längst leer (die Laus schon geschlüpft), oder abgestorben.

Verwechslung von Eiern mit Schuppen o.Ä.

Eier sind leicht vonSchuppen, Resten von Haargel oder Haarspray zu unterscheiden:

  • Eier kleben immer in einem spitzen Winkel an einem Haar
  • Eier kleben sehr fest am Haar und lassen sich nur schwer mit den Fingernägeln abziehen
  • Eier haben alle dieselbe ovale Form

weißliche Läuseeier / Nissen

Die leeren Eihüllen / Nissen sind weißlich. Aufgrund der hellen Farbe sind die Nissen recht einfach mit bloßem Auge zu erkennen. Auch sie kleben immer an einem Haar und befinden sich fast ausschließlich an den Schläfen, hinter den Ohren oder im Nacken. Auch für den Abstand der Eihüllen zur Haarwurzel und mögliche Verwechslungsgefahren gilt das Gleiche, wie bei den bräunlich-gräulichen Eiern beschrieben.

Kopf auf Läuse untersuchen

Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Möglichkeiten, die Haare nach Kopfläusen zu untersuchen:

  1. visuelle Inspektion
  2. feuchtes Auskämmen

Visuelle Inspektion auf Kopfläuse

Bei der Visuellen Inspektion werden Haare und Kopfhaut systematisch mit einem Vergrößerungsglas untersucht. Dabei konzentriert man sich schwerpunktmäßig auf die o.g. 5 Bereiche: Schläfen, hinter den Ohren und Nacken. Diese Methode eignet sich besonders, wenn nur nach Eiern der Kopflaus gesuch werden soll. Befinden sich Eier auf dem Kopf, werden diese bei sorgfältiger Untersuchung in etwa acht von 10 Fällen (86 %) entdeckt.

Kopfläuse feucht auskämmen

In mehr als neun von zehn Fällen lassen sich Läuse durch feuchtes Auskämmen entdecken. Dazu werden die Haare mit einer Haarspülung angefeuchtet und dadurch so rutschig, dass die Laus sich nicht mehr fortbewegen kann. Nun wird Strähne für Strähne des Kopfes gründlich mit einem Läusekamm ausgekämmt. Nach jedem Kämmen wird der Kamm auf einem weißen Tuch abgestrichen. In dem weißen Schaum der Haarspülung sind die Läuse auf dem weißen Tuch sehr gut zu erkennen.

Kopfläuse durch feuchtes Auskämmen zu erkennen ist übrigens schon gleichzeitig der erste Schritt zur Bekämpfung eines Lausbefalls, weil sie ja dauerhaft vom Kopf des Patienten entfernt werden.

Wie Sie bei der Bekämpfung der Kopfläuse jetzt weiter vorgehen, richtet sich nach dem Ergebnis der eben beschriebenen Untersuchungen.

Weiteres Vorgehen beim Bekämpfen der Kopflaus

Erwachsene Läuse gefunden?

Bei der Untersuchung wurden erwachsene Kopfläuse gefunden? Dann liegt ein eindeutiger Befall mit Kopfläusen vor und muss sofort behandelt werden. Eine Laus legt am Tag mehrere Eier, kann also für viele Nachkommen sorgen, die dann auch wieder entfernt werden müssen. Außerdem wechseln erwachsene Läuse den Wirt, das bedeutet, dass der befallene Kopf eine Ansteckungsgefahr für seine Umwelt bedeutet.

Larven bzw. Nymphen gefunden?

Wenn bei der Untersuchung Larven bzw. Nymphen gefunden wurden, liegt ebenfalls eindeutig ein Kopflausbefall vor. Es muss sofort behandelt werden. Von den jungen Läusen geht zwar keine akkute Ansteckungsgefahr aus aber die Läuse werden innerhalb von neun bis zwölf Tagen geschlechtsreif und sorgen für Nachkommen bzw. wechseln den Wirt.

Ausnahme: Wenn Sie bereits eine Behandlung mit Läusemitteln durchgeführt haben. Bei der Behandlung werden die Läuseeier in der Regel nicht abgetötet. Es ist also normal, dass in den Tagen nach der Behandlung Jungläuse schlüpfen. Von diesen geht zunächst keine Ansteckungsgefahr aus und es braucht nicht sofort behandelt werden. Weil bei der ersten Behandlung alle Elternläuse abgetötet wurden und eine junge Laus nach maximal 8 Tagen aus ihrem Ei schlüpft, muss 8-10 Tage nach der Erstbehandlung eine zweite Behandlung mit Läusemitteln erfolgen (siehe Behandlungskalender).  Dann erst sind alle Läuse vollständig bekämpft bevor sie sich vermehren oder ausbreiten konnten.

bräunlich-gräuliche Läuseeier gefunden?

Bräunlich-gräuliche Eier der Kopflaus sind ein eindeutiges Zeichen für einen Kopflausbefall. In der Regel sind dann auch Läuse auf dem Kopf. Es sollte also sofort behandelt werden.

Ausnahme: Wenn Sie bereits eine Behandlung mit Läusemitteln durchgeführt haben. Bei der Behandlung werden die Läuseeier in der Regel nicht abgetötet. Es ist also normal, dass in den Tagen nach der Behandlung Jungläuse schlüpfen. Von diesen geht zunächst keine Ansteckungsgefahr aus und es braucht nicht sofort behandelt werden. Weil bei der ersten Behandlung alle Elternläuse abgetötet wurden und eine junge Laus nach maximal 8 Tagen aus ihrem Ei schlüpft, muss 8-10 Tage nach der Erstbehandlung eine zweite Behandlung mit Läusemitteln erfolgen (siehe Behandlungskalender).  Dann erst sind alle Läuse vollständig bekämpft bevor sie sich vermehren oder ausbreiten konnten.

weißliche Läuseeier / Nissen gefunden?

Wenn nur Nissen (leere Eihüllen) gefunden werden, deuten diese auf einen früheren Kopflausbefall hin. Die Nissen und auch abgestorbene Ebryonen in bräunlich-gräulichen Läuseeiern befinden sich weiter als 1 cm von der Kopfhaut entfernt. Es braucht nicht behandelt zu werden.

Zur Sicherheit sollten Sie jedoch in den nächsten 14 Tagen die Kontrollen unbedingt zweimal wöchentlich wiederholen.

nichts gefunden?

Herzlichen Glückwunsch! Wenn Sie gründlich untersucht haben, dann liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Lausbefall vor. Es braucht nicht behandelt zu werden.

Zur Sicherheit sollten Sie jedoch in den nächsten 14 Tagen die Kontrollen unbedingt zweimal wöchentlich wiederholen.

Beschäftigung für Ihr Kind bei der Suche nach Läusen

In der Regel genießt Ihr Kind jede liebevolle, elterliche Zuwendung. Meine Tochter liebt es zum Beispiel, wenn ich ihre Haare wasche, kämme oder föne. Das Problem: Bei der Untersuchung auf einen möglichen Kopflausbefall sind viele Eltern schon so panisch und gestresst, dass von einer liebevollen Zuwendung nicht mehr gesprochen werden kann. Da soll das Kind einfach still halten und funktionieren und nicht noch mehr Arbeit machen. Weil man aber bekanntlich mit Speck Läuse Mäuse fängt, lenken Sie doch Ihr Kind mit Spielen oder Filmen ab. Hier zum Beispiel ein schöner Film mit dem Titel „Ich will keine Läuse“: