Behandlung von Kopfläusen – Was hilft wirklich?

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Kopfläuse sind winzige Parasiten, die im Haar leben und sich von Blut aus der Kopfhaut ernähren. Ihre Bisse in die Kopfhaut können Juckreiz verursachen, außerdem legen sie Eier, sogenannte Nissen, in die Haare. Davon abgesehen sind sie harmlos und führen zu keinen gesundheitlichen Schäden. Mit bestimmten Mitteln und Pflegetechniken können die kleinen Blutsauger entfernt werden. Ohne Behandlung ist es dagegen schwer, sie wieder loszuwerden.

Das Robert Koch Institut (Lexikon: Robert Koch Institut) empfiehlt eine Kombination chemischer, mechanischer und physikalischer Wirkprinzipien. Das hört sich jetzt sehr wissenschaftlich an. Betrachten wir doch die drei genannten Wirkprinzipien also etwas genauer. Dazu müssen wir wissen, was sich hinter den Begriffen verbirgt.

Wirkprinzipien zur Bekämpfung von Läusen

Beim mechanischen Wirkprinzip erfolgt eine Bekämpfung der Läuse durch nasses Auskämmen mit Haarpflegespülung und Läusekamm in 4 Sitzungen an den Tagen 1, 5, 9 und 13 nach Entdeckung des Kopflausbefalls.

Das chemische Wirkprinzip steht für eine Behandlung des befallenen Kopfes mit einem Insektizit aus der Gruppe der Pyrethroide. Diese greifen das Nervensystem der Läuse an und töten sie so ab.

Die Bekämpfung der Kopfläuse geschieht beim physikalischen Wirkprinzip durch spezielle Öle, welche die Kopfläuse umhüllen und in die Atemöffnungen eindringen. Dadurch ersticken die Läuse.

Bei allen drei Wirkprinzipien werde ich noch unterscheiden in anerkannte/wirksame Präparate und in alternative bzw. nicht anerkannte Präparate und Behandlungsmöglichkeiten oder Behandlungsmethoden, von denen sogar abzuraten ist.

Beginnen möchte ich mit dem mechanischen Wirkprinzip.

Bekämpfung von Kopfläusen mittels Läusekamm

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Wie ich im Zusammenhang mit der Diagnose von Kopfläusen schon beschrieben habe, kann man Läuse bekämpfen, indem die Haare mit einer Haarspülung angefeuchtet werden und dann Strähne für Strähne mit einem Läusekamm nass ausgekämmt wird. Bei alleiniger Anwendung dieser Methode, also ohne Unterstützung chemischer oder physikalischer Wirkprinzipien ist eine Vollständige Entlausung nach Angabe des Robert Koch Instituts nur in 57 % aller Fälle zu erwarten. Es ist also nicht anzuraten, sich ausschließlich auf diese Methode zu verlassen. Vielmehr sollte das Nasse Auskämmen als Begleitung zur Behandlung mit Präparaten genutzt werden. Eine Option ist das ausschließlich Nasse Auskämmen zur Bekämpfung von Läusen jedoch für Kleinkinder und bei Allergien oder Wirkstoffunverträglichkeiten.

Der Läusekamm zur Bekämpfung von Läusen

Wie sieht ein guter Läusekamm aus?

Das Robert Koch Institut empfiehlt einen Zinkenabstand von weniger als 0,2 mm damit auch die Larven der Kopflaus entfernt werden können. Der Zinkenabstand darf aber nicht zu gering sein, weil sonst die Haare beim Kämmen ziepen. Als praktisch haben sich Läusekämme erwiesen, deren Zinken nur wenig elastisch sind. Im Handel erhalten Sie verschiedene Typen von Läusekämmen:

  • mit Metall- oder Kunststoffzinken,
  • lange oder kurze Zinken
  • flacher oder langer Griff
  • eine oder zwei Zinkenleisten.

Jeder der vorgestellten Typen hat irgendwo individuelle Vor- oder Nachteile, abhängig davon ob der Kamm bei kurzem oder langen, bei lockigem oder glattem Haar eingesetzt wird. Auch der Ort, der untersucht wird (Ohren, Schläfen, Nacken) hat Auswirkung darauf, wie gut der Läusekamm sich handhaben lässt.

Zu guter Letzt ist auch die Farbe des Läusekamms entscheidend. Auf hellen, möglichst weißen Kämmen lassen sich die Läuse im weißen Schaum der Pflegespülung besonders gut erkennen.

Meine Erfahrung mit Läusekämmen

Mit meinen zwei Kindern, und mehreren Läuseeinsetzen habe ich folgende Erfahrungen bei Läusekämmen sammeln können:

  • lange Zinken eignen sich gut für langes und kurzes, sowie lockiges Haar
  • kurze Zinken sind gut für kurzes Haar
  • lange Griffe stören beim Kämmen hinter den Ohren (ebenso große, breite Griffe)
  • stabile Kämme halten länger (wen wunder das ;-))
  • Vergrößerungsgläser, die in die Kämme integriert sind, verschmieren schnell.

Weil die Kämme nicht sehr teuer sind, kann ich nur empfehlen, mehrere Kämme auszuprobieren, denn Sie werden in den nächsen Wochen wahrscheinlich so einige Stunden mit dem Kämmen von Haaren zur Bekämpfung des Kopflausbefalls zubringen.

Bug Buster Kit ®

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Die Methode des Bug Busting ® wurde in England entwickelt und durch mehrere Studien belegt und verbessert. Sie dient vor allem der zuverlässigen Untersuchung auf Kopflausbefall, unterstützt aber auch die gewählte Therapieform.

Das Bug Buster Kit ® besteht aus mehren Kämmen verschiedener Größe sowie Anleitung und wasserfestem Umhang.

So funktioniert die Behandlung mit dem Bug Buster Kit®
  • Haarspülung(Conditioner) im feuchten Haar verteilen
  • Haare mit grobzinkigen Kamm durchkämmen
  • Haarstränen abteilen
  • jede Haarsträhne mit dem Läusekamm durchkämmen
  • nach jedem Durchkämmen den Kamm auf Küchenpapier abstreifen (Läuse sind auf dem weißen Untergrund sehr gut sichtbar)
  • Durchkämmen so lange wiederholen, bis keine Läuse/Nissen mehr gefunden werden
  • Haarspülung auswaschen

Diese Methode sollte einen Monat lang mindestens zweimal wöchentlich durchgeführt werden! Der Vortei: Das Bug Busting ® funktioniert komplett ohne Chemie.

Elektrische Läusekämme

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Bei den elektrischen Läusekämmen liegt zwischen den Zinken eine für den Menschen ungefährliche Spannung an. Läuse und Ebryonen der Kopflaus werden bei Berührung betäubt oder abgetötet. Klinische Untersuchungen zur Wirsamkeit dieser Methode sind mir nicht bekannt. Im Freundeskreis werden die elektrischen Kämme aber gerne und erfolgreich eingesetzt.

Wenden wir uns nun dem zweiten großen Wirkprinzip zu, den Präparaten mit chemischem Wirkprinzip.

Insektizide Wirkstoffe Allethrin, Permethrin und Pyrethrum

Bei den Wirkstoffen Allethrin, Permethrin und Pyrethrum handelt es sich um natürlich gewonnene oder synthetische Insektizide (Insektenvernichtungsmittel). Sie wirken neurotoxisch, greifen also das Nervensystem der Läuse an und führen so zum Tod.

Pyrethrum

Pyrethrum ist ein natürlicher, aus den getrockneten Blüten verschiedener Chrsyanthemenarten gewonnener Extrakt. Pyrethrum wirkt gegen alle Insekten und gilt für den Menschen als gut verträglich.

Permethrin

Permethrin ist ein synthetisch hergestelltes Insektengift aus der Gruppe der Pyrethroide.

Allethrin I

Alletrhin I (auch Bioallethrin) ist ebenfalls ein synthetisches Pyrethroid.

Zur besseren Wirksamkeit werden die oben genannten Wirkstoffe mit sogenannten Hilfsstoffen kombiniert.